Schulen der Zukunft
Schule ist so etwas wie ein Reallabor für die Gesellschaft und dabei doch ein ganz eigener Kosmos. Sicher kann jede Schule auch ohne übergeordnetes Konzept ihren eigenen Weg in eine nachhaltige Zukunft gehen. Für den Anfang sind die folgenden Ansätze dennoch hilfreich in Sachen Schulentwicklung, weil sie einen unterstützenden Rahmen für das eigene Tun geben. Wenn Sie für Ihre Schule noch auf der Suche nach einer geeigneten Umsetzung sind, können Sie sich von den folgenden Ansätzen inspirieren lassen. Wir stellen Ihnen hier Konzepte für eine nachhaltige Schule der Zukunft vor, bei denen nicht nur eine einzelne Klasse, sondern möglichst ein großer Teil der Schulgemeinschaft miteinbezogen wird. Das Bildungsformat mit der inhaltlich größten Reichweite davon ist der Frei Day. Die anderen Programme setzen jeweils Schwerpunkte wie zum Beispiel auf die Aspekte Klima, Anti-Diskriminierung und fairen Handel.
Halbe-Halbe: Das Projekt zum Energiesparen an Leipziger Schulen
Das Projekt „Halbe-Halbe“ motiviert Lernende und Lehrende sich mit den Prozessen des Klimawandels auseinanderzusetzen und nach Möglichkeiten zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks der eigenen Schule zu suchen. Mit dem Projekt sparen Schulen Energie durch verändertes Nutzerverhalten ein und erhalten eine Prämie für ihr Engagement. Diese setzt sich zusammen aus einer Komponente für die Verbrauchseinsparung und einer für die geleisteten Aktivitäten, zur freien Verfügung. Die Hausmeister bekommen anteilig ebenfalls eine finanzielle Prämie zur eigenen Verwendung.
zur WebsiteFrei Day
Der Frei Day ist ein Bildungsformat für Schulen, das den notwendigen Raum zur strukturellen Verankerung von BNE schafft. Er ist mit mindestens vier Stunden pro Woche fest im Stundenplan verankert. In dieser Zeit setzen sich Schüler*innen projektbasiert mit den Fragestellungen und Themen rund um unsere Zukunft auseinander, die sie selbst interessieren. Der Frei Day basiert auf Projektunterricht, geht aber noch ein Stück weiter. Zum einen sind die Schüler*innen freier: Sie entwickeln eigene Forscherfragen und Projekte zu Zukunftsthemen, die sie persönlich interessieren. Es gibt keinen Zeitdruck, keine Noten und keine Vorgaben durch Lehrer:innen. Diese übernehmen beim Frei Day die Rolle von Lernbegleitern. Die einzige Bedingung ist die inhaltliche Orientierung an den Globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals - SDGs) der Vereinten Nationen. So unterstützt der Ansatz nicht nur Wissenserweiterung, sondern vor allem auch soziale Kompetenzen. Die Schüler:innen erfahren Selbstwirksamkeit, entwickeln Verantwortungsbewusstsein, Mut, Kreativität und wichtige Handlungskompetenzen. Sie erleben, dass sie die Welt verändern können. Zum anderen findet der Frei Day, anders als normaler Projektunterricht, kontinuierlich statt: jede Woche, das gesamte Schuljahr über.
zur WebsiteFairtrade Schulen
Die Kampagne Fairtrade-Schools bietet Schulen die Möglichkeit, sich aktiv für eine bessere Welt einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Der faire Handel steht für weltverknüpftes Lernen und zeigt die unmittelbaren globalen Folgen von lokalem Handeln auf. Dabei stehen die Ansprache und Motivation von Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt. Fairtrade-Schulen verankern das Thema fairer Handel im Schulalltag, schaffen bei Schülerinnen und Schülern ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung, bestärken deren eigenständiges Handeln und die Vernetzung von motivierten Akteur*innen. Zusätzlich gibt es auch hier ausleihbare Medienboxen für pädagogische Fachkräfte. Die Boxen thematisieren meist bestimmte Weltregionen oder Länder und beinhalten verschiedene Medien, aber auch ganz praktische Gegenstände, wie Lebensmittel oder andere Produkte aus der Region. Der WeltOffen e.V. ist außerdem sehr daran interessiert, mit Schulen, Kindergärten und anderen Vereinen zusammenzuarbeiten und gemeinsam Veranstaltungen zu realisieren – ob Bibliothekseinführungen vor Ort oder interkulturelle Veranstaltungen in den Einrichtungen selbst.
zur WebsiteKlimaschulen in Sachsen
Eine Klimaschule führt einen fortlaufenden demokratisch-partizipativen Diskurs mit allen beteiligten Akteuren darüber, was dem Klimaschutz dient, was die Klimaanpassung unterstützt und welchen Beitrag die Schule dazu leistet bzw. zukünftig leisten will. Die „Sächsische Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bildet den Gestaltungsrahmen der Initiative insgesamt und damit auch für die jeweiligen, möglichst schulspezifischen Ausgestaltungen. Klimaschulen verankern Aspekte des Klimawandels, des Klimaschutzes und der Klimaanpassung ganzheitlich im schulischen Handeln: im Unterricht, in Fortbildung und Management, im Schulleben (klimabewusstes Verhalten außerhalb des Klassenzimmers, z. B. klimaneutrale Schulfeste und Klassenfahrten, Wettbewerbe, Podiumsdiskussionen), in der außerschulischen Lebenswelt (klimabewusste Gestaltung der eigenen Lebenswelt, Entwicklung von Ganztagsangeboten gemeinsam mit Verbänden, Vereinen oder Unternehmen) sowie schulischen Infrastruktur (klimafreundliche Gestaltung des Schulgebäudes und des Außengeländes, Ressourcenverbrauch).
zur WebsiteSchule ohne Rassismus - Schule mit Courage
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein Projekt für alle Schulmitglieder. Es bietet Kindern, Jugendlichen und Pädagog*innen die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wenden. Wer sich zu den Zielen einer Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bekennt, tritt ein für folgende Selbstverpflichtung: 1. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden. 2. Wenn an meiner Schule Gewalt geschieht, diskriminierende Äußerungen fallen oder diskriminierende Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setze mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten. 3. Ich setze mich dafür ein, dass an meiner Schule ein Mal pro Jahr ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt wird, um langfristig gegen jegliche Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, vorzugehen. Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Eine Schule, die den Titel trägt, ist Teil eines Netzwerkes, das sagt: Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und für unser Umfeld. Im Blick sind dabei gleichermaßen Diskriminierung aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung.
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